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spa concept Interview

Der Sternekoch aus Baiersbronn gewährt Einblick in seine Spa Cuisine
Jörg Sackmann

Haut(e) Cuisine

Jörg Sackmann, Luxushotel-Inhaber und leidenschaftlicher Koch mit Michelin-Stern, steht für eine ganz besondere Spa Cuisine. Sein Motto: Gutes aus der Küche ist auch gut für den Körper

In Ihrem „Sackmann Spa“ spielen Aromen die Hauptrolle. Wie darf man sich das vorstellen?
Genau wie meine Küche ist auch das Spa „inspirierend aromatisch“ – eine Aromenwelt für alle Sinne. Gutes aus der Küche ist die Grundlage für wunderbare Wellness-Anwendungen mit Kombinationen aus Kräutern und Aromen, Gewürzen, Ölen und Salzen – beispielsweise Honig mit Olivenöl und Rosmarin. Dieser Gedanke wurde konsequent im gesamten Spa umgesetzt: von der architektonischen Gestaltung bis zum Behandlungsmenü.

Wie ist dieses außergewöhnliche Konzept entstanden?
Ich wollte in meinem Hotel auf ca. 1.000 qm ein Spa verwirklichen und habe zwei Jahre lang nach einer Nische gesucht, etwas ganz Individuellem, das zu meiner Küche passt. Ich habe mich auf Messen und auf Reisen inspirieren lassen. Leider wollten mir viele Spa-Planer einfach nur eine Quadratmeter-Fläche mit Geräten und Sauna verkaufen – die Philosophie, das Thema dahinter hat sie wenig interessiert. Ich suchte nach etwas Identischem in Küche und Spa, nach einer Einheit, nach einer Kombination von Genuss und Wellness auf der Basis der Aromen in einem stimmigen Ambiente. Mir wurde klar, dass ich das nur zusammen mit einem sehr kreativen Architekten verwirklichen konnte. Schließlich besuchte ich bei einer meiner Reisen zufällig ein Spa, das mich mit einem authentisch-afrikanischen Ambiente und harmonischem Farbkonzept beeindruckt hat, und beauftragte genau diesen Architekten.

Auf welche Weise hat er Ihre Idee der Aromenwelt umgesetzt?
Aus unserer Zusammenarbeit ist ein Spa für alle Sinne in Anlehnung an die Elemente und die Natur hier im Schwarzwald entstanden. Mit klaren Linien und natürlichen, aromatischen Materialien aus der ganzen Welt, wie Oliven- und Nussbaumholz und australischer Eiche. Der Marmor wurde nicht geschliffen, sondern ganz natürlich gebrochen. Die Sauna wurde mit Himalaya-Salzblöcken gestaltet und ein „Feuer- und Wasser-Aquaveda-Raum“ erlaubt ayurvedische Anwendungen. Von der Spa-Lounge aus blickt man direkt in die vorbeifließende Murg und genießt heimisches Quellwasser oder einen Wiesenkräuter-Tee. Akzente setzen Accessoires wie Gläser mit aromatischen Lebensmitteln, eine Wand aus Zimtstangen, oder mit getrockneten Orangenscheiben bespannte Bälle. Selbst die Kneippschen Fußsprudelbecken haben wir mit Aromen neu interpretiert.

Es liegen auch Aromen in der Luft.
Einen wunderschön natürlichen Raumduft erhält man z.B. über das uralte Ritual des Räucherns. Nicht mit aufdringlichen Räucherstäbchen, sondern z.B. mit Salbei, Limonenblättern, Zitronengras, Zimtrinde oder Weihrauchholz. Das geht ganz einfach mit einer Kerze, ein Sieb darüber mit etwas Sand, und darauf die Aromaträger. Salbei z.B. reinigt die Luft und neutralisiert Zigarettenrauch. Oder es gibt Kräuter und Gräser, die nach Marzipan duften ... In unserem Kräuterdampfbad werden ausschließlich frische Kräuter aufgegossen wie Kamille, Lavendel, Thymian, Rosen- oder Orangenblüten.

Sie verwenden nur frische Aromen – auch bei den Behandlungen?
Ich habe die Zeit des Spa-Umbaus bewusst genutzt, um für mein Konzept passende Kosmetiklinien zu finden: z.B. SanVino, die mit Traubenkernöl und -mehl, Traubenschalen, -saft und -trester arbeitet. Parallelen in meiner Küche sind beispielsweise Pastakreationen aus Traubenkernmehl und Champagner. Oder die Linie La Mer mit besonderen Ritualen und ungewöhnlichen Meereswirkstoffen wie z.B. vegetarischem Kaviar. Dazu haben wir ein besonderes Salz des Hauses kreiert, das gleichzeitig in der Küche und für Körperpeelings Verwendung findet.

Also darf man den Begriff „Haute Cuisine“ bei Ihnen wörtlich nehmen?
Selbstverständlich. Unsere Rituale sind für alle Sinne konzipiert. Bei „Passione Vinum“ beispielsweise begrüßen wir Sie in der Private-Spa-Suite mit Champagner und hausgemachten Trüffeln. Es folgen ein Kräuterdampfbad mit frisch aufgegossenen Kräutern, ein Peeling aus Traubenkernen und ein Traubenkernöl-Bad sowie eine Ganzkörpersalbung und Massage. Als Highlight serviere ich anschließend in der Ruheecke exklusive kleine Köstlichkeiten, z.B. mit Gänseleber und Kaviar. Ich freue mich, dass unser Spa seit der Eröffnung im vergangenen Jahr so gut ankommt, es spricht auch junge Leute an. Mittlerweile arbeiten wir schon mit sechs Therapeuten. (ah)

Weitere Infos:
Romantik Hotel Sackmann
D–72270 Baiersbronn
Tel. +49 (0)7447 2890
www.hotel-sackmann.de