Suche
Sitemap
Impressum
AGB
deutschenglish

Design in der Sauna

Foto: Klafs

Glas, Licht und Salz

Jetzt wird’s transparent: Die Entwicklung im Spa zu mehr Natürlichkeit macht selbst vor der Sauna nicht halt. Angesagt sind neue, organische Formen, viel Glas für ungetrübten Panoramablick, raffinierte Lichtkonzepte, mehr Komfort im Innern sowie gesundheitliche oder meditative Zusatzfeatures wie Salz oder Edelsteine

Die asiatischen und exotischen Einflüsse in der Saunalandschaft sind mit Ausnahme von Themenlandschaften wieder rückgängig. Dafür sorgt das neue Naturbewusstsein mit großen Glasfronten für mehr Leichtigkeit und Licht. Panoramaverglasungen in der Sauna bewirken, dass der Gast sich der Landschaft möglichst nahe fühlt. Organische Formen in der Sauna sollen diesen Effekt verstärken: geschwungene Linien und ergonomisch geformte Bänke passen sich der Körperform des Saunabadenden an und sorgen für mehr Komfort. Das Ganze wird mit einem speziellen Lichtkonzept mystisch in Szene gesetzt.

„Ein deutlicher Trend im Saunabereich ist der ,ehrliche‘ Umgang mit Materialien“, beobachtet Rolf Glantz, Leiter Architektur und Planung bei Klafs. „Das heißt hochwertige Materialien wie Naturstein oder Massivholz werden durchweg mit gleichwertig guten Materialien und Verarbeitungstechniken eingesetzt.“ Traditionell besteht die finnische Sauna aus waagerecht übereinander gelegten, massiven Blockbohlen, die sich an den Ecken der Kabine verzahnen und durch eine innenliegende Spannstange fest miteinander verbunden sind. Diese Bauweise kostet viel Raum, zudem ist die rustikale Optik nicht jedermanns Sache, da sie sich in das Design heutiger Saunalandschaften schlecht integrieren lässt.

Als modernere Alternative sind deshalb Elementkabinen üblich, deren vorgefertigte Wände aus einer Rahmenkonstruktion mit Profilholzbeplankung und zwischenliegender Isolierung bestehen. Vorteil dieser Konstruktionen ist die nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeit beim Grundriss und bei der Außenverkleidung, die mit Dekorplatten in trendigen Farben oder Edelholzoptik ausgeführt werden kann. Die helo-Gruppe (www.helo-sauna.de) setzt als Material auf das traditionelle Kelo Holz. Beliebt sind aber auch Polarfichte, das rötliche Hemlock oder auch das afrikanische Abachi-Holz, das mit seinem hellen Cremeton als Stilmittel für Hell-Dunkel-Kontraste eingesetzt wird. Gerne werden auch Natursteine wie Sandstein und Schiefer als zusätzliches Material genutzt.

Der Gast erwartet heute mehr als Schwitzen
„Wichtig ist daher die Gesamtkomposition der Sauna“, erläutert Rolf Glantz. „Durch aufeinander abgestimmte Formansprache sowie Licht- und Klanginszenierung werden die Sinne ganzheitlich zur optimalen Wahrnehmung hin stimuliert.“ In der Meditationssauna beispielsweise lässt ein Zusammenspiel von Farben, Licht und Klängen den Alltag vergessen. Vogelgezwitscher oder Bachrauschen laden zu einer Fantasiereise ein. Die Edelsteinsauna soll ausgleichend auf Körper und Geist wirken, Ruhe und Harmonie vermitteln und die Vitalität fördern. Die Salzsauna besteht aus großen Salzblöcken und wirkt wohltuend auf Atemwege und Haut. Zusätzlich können vor der Anwendung Mineralsalze auf die Haut aufgetragen werden.

In der mokkabraunen Kahvi-Sauna von B+S Finnland Sauna (www.welt-der-sauna.de) röstet der Saunameister Kaffeebohnen in einer Edelstahlschale auf dem Saunaofen. Der Duft frischen Kaffees erfüllt so langsam den Raum, bevor die Bohnen mit Wasser abgelöscht werden. In der „Sauna der Sinne“ dagegen verfolgt der Blick des Gastes die offene Flamme eines Feuers, das inmitten der Sauna in einem Glaszylinder spielt. Die tiefrot gestrichene Decke und der warme Farbton von Nussbaumholz setzen weitere optische Akzente, die sogleich warm einhüllen in eine heimelige Atmosphäre. Auf kleinen Ablagen warten Klangschalen auf ihren Einsatz: Der Yogi oder Saunameister erzeugt durch die Wahl des Klöppels beim Schlag unterschiedliche Töne, spricht leise Mantras, lädt zur Meditation ein. Dazu umspielen sinnliche Düfte die Nase, verstärken dadurch die Ruhe in jedem einzelnen Badegast. Die Wände – glatt geschliffen und nahezu fugenlos – lassen die Töne in der Sauna der Sinne so schwingen, dass sie jeden Saunagast erreichen, ohne schrill oder unangenehm zu klingen. Sie schwingen im Saunaraum, der wie ein Resonanzkörper funktioniert.

Auf die Kraft der Farben und Töne setzt man bei Saunaspezialist Silgmann (www.silgmann.com). Für die Farblicht-Ausstattung der Sauna wird das Well Color-Farblicht-System mit unbegrenzter Auswahl an Farbtönen angeboten. Beruhigende Blau-Töne, ein anregendes Rot, ein entspannendes Grün oder weißes und gelbes Licht als Stimmungsaufheller – die Lichtdioden lassen sich stufenlos regeln und zaubern die gewünschte Farbstimmung in Saunen, Infrarotkabinen und im Ruhebereich. Der Einbau als Deckenlicht, als Wandlicht, im Rundkamin oder auch als eigenes Lichtobjekt eröffnet weitere Möglichkeiten. Einfacher geht es mit Farblicht-Spots oder -Röhren. Ein romantischer Sternenhimmel ist vor allem für Paar-Suiten gefragt. Zusätzliche Tageslicht-Strahler für die dunkle Jahreszeit sorgen für Wohlbefinden beim Gast.

Mehr Privatsphäre
Rolf Glantz von Klafs sieht allgemein einen Trend zu privaten Wohlfühlerlebnissen in verschiedensten Ausprägungen. Beispielsweise kleine „Spa-Gondeln“, die jeweils zwei bis drei Wärmekabinen für je zwei Personen enthalten und damit fast privates Baden im öffentlichen Bereich erlauben. Spa-Suiten sind heute sowohl als Day Spa-Suite als auch als Hotelzimmer einsetzbar, eine schöne Ergänzung und Aufwertung des eigenen Angebots. „Wir erleben immer mehr den Wunsch nach multifunktionalen Kabinen, in denen verschiedene Badeformen Platz finden“, so Rolf Glantz. „In einer mit Holz verkleideten Kabine können beispielsweise Sauna, Sanarium und Infrarot bereitgestellt werden. In einem keramisch oder mit Glas verkleideten Raum lassen sich Dampfbad und Dusche in einer Dampfdusche vereinen. Das erweitert das Angebot und gibt den Spa-Mitarbeitern die Möglichkeit, individuell auf Kundenwünsche einzugehen.“ Dabei müssen gerade in Spa-Suiten, die für Anwendungen wie Massagen genutzt werden, sinnvolle Arbeitsabläufe im Raum garantiert sein. „Wenn ausreichend Platz vorhanden ist“, so Glantz weiter, „können aber auch ganze Anwendungsabläufe inszeniert werden. So kann der Gast beispielsweise vom Anwendungsraum direkt weiter in einen angrenzenden, privaten Ruheraum geleitet werden, ohne noch einmal den öffentlichen Bereich zu durchqueren.“ (ah)