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Wellness weltweit

Was wir von Spas rund um den Globus lernen können

Die Spa-Szene entwickelt sich heute in atemberaubendem Tempo. Daher ist es für Spa Manager unerlässlich, länderübergreifend über den Tellerrand zu schauen – z.B. mit einer Studienreise

Allein in Deutschland fließen im Jahr 2008 voraussichtlich 14,5 % der gesamten Investitionen der Hotellerie in Spa- und Wellness-Bereiche. Ständige Weiterbildung und Inspirationen für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sind Grundvoraussetzungen im harten Wettbewerb. Gerade Asien bietet sich für Spa-Studienreisen besonders an, denn die Stärken fernöstlicher Spas spiegeln oftmals die Schwächen ihrer Pendants hierzulande. Vor allem in den Bereichen Rauminszenierung, Gastservice, Anwendungsstandards und Behandlungszeremonien sind Spas in Asien zumeist hervorragend aufgestellt. Hier kann man sich durch viele kleine wie große Dinge inspirieren lassen.

Ein Raumerlebnis für sich. Wie in kaum einer anderen Region der Erde versteht man es in Asien, dem Gast ein architektonisches Aha-Erlebnis zu bieten, ohne protzig oder übertrieben zu wirken. Ob traditionelles Ambiente oder modernes Design, in den Spa Resorts wird man auf eine Reise zu sich selbst geschickt. Schon der Weg zum Spa wird als meditatives Erlebnis inszeniert: Wandelgänge mit duftenden Pflanzen, Stege über blühende Wassergärten oder Barfußpfade mit haptischen Belägen stimmen den Gast auf sein Spa-Erlebnis ein. Die Empfangsbereiche beeindrucken durch besondere Raumhöhen, Weitläufigkeit und Luftigkeit. Dies setzt sich in den Behandlungsräumen fort. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Materialien, Lichtstimmung und Roomsetting sind perfekt aufeinander abgestimmt. Spa-Profis können viele Inspirationen in abgewandelter Form für ihre eigene Anlage nutzen.

Die asiatische Mentalität macht das Land zur perfekten Spa Destination. In keinem anderen Teil der Welt fühlt man sich so verwöhnt und umsorgt wie in Asien. Die Freundlichkeit, zuvorkommende Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Perfektion im Umgang mit dem Gast ist unübertroffen und bietet viele Möglichkeiten, daraus zu lernen. Gerade hierzulande, wo die Dienstleistungsmentalität seit jeher heiß diskutiert wird und selbst in der Hotellerie bei vielen Spa-Mitarbeitern ein großer Nachholbedarf besteht.
Geht es um die Standardisierung und somit die Qualitätssicherung von Abläufen, stehen asiatische Spas den amerikanischen in keiner Weise nach. Vom Begrüßungszeremoniell über die Gastbefragung und den Behandlungsablauf bis zur Verabschiedung wird jeder Handgriff am Gast (und darüber hinaus) eingeübt, dokumentiert, regelmäßig trainiert und überprüft. Jeder Prozess ist dabei bis ins Detail durchdacht. Es ist immer wieder faszinierend und für das eigene Spa sehr lehrreich zu beobachten, wie umfassend das Erlebnis des Gastes hier geplant wird. Dies zeigt sich beispielsweise in der perfekten Auskleide- und Abdecktechnik, so dass man sich zu jedem Zeitpunkt vollkommen geschützt und niemals nackt fühlt. Oder in der Sorgfalt, mit der die Augen durch so genannte Eyepillows abgedeckt werden, sowie den aromatisierten Blütenschalen unter den Behandlungsliegen für den Gast in Bauchlage. Erscheinen diese Dinge auch als Kleinigkeiten, so sind sie doch der bedeutende Unterschied, der ein gutes Spa-Treatment zu einem hervorragenden macht.

Behandlungszeremonien und Rituale in asiatischen Spas am eigenen Leib zu erleben, sollte man sich nicht entgehen lassen. Bereits die mittlerweile auch bei uns erlebbaren Fußwaschungen werden so perfekt und einzigartig zelebriert, dass man sofort alles im eigenen Spa ändern und verbessern möchte. Auch was die Körperrituale betrifft, kann man viel mit nach Hause nehmen. Schon die Präsentation und Zubereitung der Treatment-Zutaten vor den Augen des Gastes sind einzigartig. Aber auch die Einstimmung auf eine Behandlung, die Rituale mit Aromen, das gezielte Auflegen von Wärmekissen, das Entfernen von Peelings ganz ohne Wasser oder das Zelebrieren einer Massage lassen den Gast auf Wolken schweben.

Autor: Sylvia Glückert