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Nachlese: The Monaco Spa Event

Spa-Trends im Visier

Der dritte Monaco Spa Event fand vom 20.–22.01.2007 im Grimaldi Forum Monte Carlo statt, veranstaltet von der Firma SoGeCos. Insgesamt fanden nach Angaben des Veranstalters 110 Aussteller, rund 4.000 Fachbesucher und rund 200 Kongressteilnehmer aus der ganzen Welt den Weg ins Fürstentum Monaco.

Ein Highlight des diesjährigen Messe war das Thai Spa Village, in dem sieben thailändische Unternehmen im „Echtbetrieb“ ihre Behandlungen, Beauty-, Spa- und Gesundheitsprodukte in original thailändischem Ambiente präsentierten. In Zusammenarbeit mit der Thai Spa Association wurden erste Kontakte auf dem europäischen Markt geknüpft und nach Distributoren Ausschau gehalten.

Informationsplattform Kongress. Der begleitende Fachkongress unter dem Motto „The Transatlantic Spa Dialogue“ sollte einen weltweiten Informationsaustausch zur Entwicklung der Spa-Industrie fördern. Beispielsweise zeigten Mindy Terry und Christi Cano von Creative Spa Concepts aus den USA in ihrem Vortrag einige „Schwachstellen“ der Spa-Branche und entsprechenden Handlungsbedarf auf:

  1. Der Begriff Spa sowie spezifische Spa-Formen sind nicht klar definiert und werden von Herstellern und Betrieben individuell ausgelegt. Dies irritiert den Verbraucher.
  2. Es besteht Bedarf an einer weltweiten Definition des Begriffs Spa/Day Spa, wie z.B. die unterschiedlichen Ausprägungen von Day Spas weltweit zeigen.
  3. Es sind keine validen Zahlen über den Spa-Markt erhältlich, da es an einheitlichen Definitionen und Kategorien fehlt.
  4. Benchmarks sind nicht üblich, werden aber immer wichtiger, um die Wirtschaftlichkeit von Spas vergleichen zu können. Spa-Betreiber sollten in der Zukunft Informationen und Know-how untereinander austauschen.
  5. Es gilt die begrenzten Ressourcen in der Spa-Branche – vor allem beim Faktor Mitarbeiter – effizient zu nutzen. Hier müssen Standard-Qualifikationen definiert werden.
  6. Beim Spa-Design gilt es – für mehr Authentizität – der Übereinstimmung von Design und Funktion mehr Beachtung zu schenken. 
  7. Spas sind zu teuer – dies monierten laut einer Erhebung 70 % der befragten US-Amerikaner. Die Nachfrage nach „Spas for all“ wächst, wovon Betriebe wie z.B. das Dove Spa in Großbritannien oder das Nivea Haus Hamburg profitieren.

Die Branche braucht neue Konzepte. Der englische Architekt Jean Paul Blisset, der weltweit Spa Resorts für den Brand Chiva Som entwickelt, führte an, dass sich die Spa-Branche momentan sehr schnell entwickle und man daher mit Konzepten, die einige Jahre alt seien, keine neuen Spa-Kunden gewinnen könne. Seiner Auffassung nach ist es mit Spas wie mit Restaurants: Sie gehören in der Zukunft zu unserem Alltagsleben. Ebenso verhält es sich, so Blisset weiter, mit der Speisekarte in Restaurants und Spas. Man kann nicht alles anbieten, sondern muss eine klare und authentische Positionierung im Markt anstreben.
Seiner Ansicht nach werden in den nächsten Jahren „Super Brands“ an Spas entstehen, die weltweit vertreten sind und hochkarätige Gäste behandeln werden. Gerade auch für die internationale Hotellerie könnte es daher von strategischer Bedeutung sein, einen „Super-Brand“ als Spa-Betreiber zu gewinnen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Als Beispiel für diese Entwicklung führte Blisset die Pläne des englischen Spa-Betreibers Champneys an, der in den nächsten Jahren 20 Day Spas in England eröffnen und zudem eine eigene Spa-Kosmetikmarke kreieren will.

Wachsen „Health“ und „Wellness“ zusammen? Jean Paul Blisset vertrat auch die Auffassung, dass der Gesundheits- und der Spa-Markt in naher Zukunft zusammenwachsen und ganzheitliche Health & Wellness Mega-Resorts entstehen. Dazu zeigte er einige Planungen von neuen Chiva Som-Projekten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und China, merkte aber an, dass auch in Südeuropa solche Resorts auf bis zu 350 Hektar Fläche entstehen. Diese Betriebe richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und bieten neben extensiven Wellness-Angeboten auch Kliniken, spezielle Kinder-Spas und Familien-Unterkünfte, aber genauso VIP-Suiten und Single Villages an.
In diesen Super-Resorts sollen laut Blisset auch riesige organische Gartenlandschaften mit ökologischem Anbau von Gemüse und Kräutern entstehen, um Wellness-Gästen auch eine entsprechende Cuisine zu bieten. Generell avanchiere die Natur zu einem wichtigen Bestandteil bei der Konzeption zukunftsweisender Spa-Resorts. Die Aufenthaltsdauer der Gäste in diesen Resorts beträgt 2–8 Wochen, so Blisset.

Der Trend: Spa in the City. Eine weitere Entwicklung in der Spa-Branche, die Blisset anführte, seien so genannte „City-Retreats“, wie z.B. „The New Lifestyle Emporium“ als erstes Franchise-Projekt von Chiva Som, welches im Frühjahr 2008 in Bangkok eröffnen wird. Weltweit sind zudem immer größere Spa-Flächen bei City-Hotels zu beobachten, die laut Blisset bereits zwischen 1.500 und 3.000 qm umfassen. Dabei rückt die Qualität der Einrichtungen und des Services in den Vordergrund: Es sind weniger Neuheiten als vielmehr fühlbare und erlebbare Qualität gefragt.
Alles in allem war das Monaco Spa Event eine gelungene und informative Plattform nicht nur für Wellness-Hoteliers und Spa-Betreiber.

Autor: Jörg Hidding